Jun 13

Was ist mir eigentlich mein Social-Media-Konsum wert? Was ist es mir wert, wenn ich zum Beispiel bei Jan Filter im Blog was cooles lese oder mich jemand mit nem lustigen Kommentar bei Facebook so richtig zum Lachen bringt? Was ist es mir wert, wenn ich auf Youtube ein richtig gut gemachtes Video sehe, oder ne junge Band auf ihrer Website ein paar Tracks zum freien Download anbietet?

Bislang war das immer ein wenig schwierig seine Wertschätzung für solche Inhalte monetär auszudrücken. Man konnte über PayPal spenden, aber das war irgendwie doof. Man musste sich nen konkreten Betrag überlegen, wollte nicht zu geizig sein und musste dann diese umständliche Bezahl- und Weiterleitungsprozedur über sich ergehen lassen… alles nicht sehr einfach um Geld bei Kreativschaffenden zu lassen.

Die Contentindustrie (Plattenlables, Filmstudios, Verlage) – auch liebevoll Contentmafia genannt – basht seit Jahren auf Internetnutzer ein, sie seien nicht bereit für konsumierte Inhalte Geld auszugeben. Aber ist das so? Oder war es bislang einfach nur nahezu unmöglich?
Dass erst ein Computerhersteller kommen muss, damit inkompetente Verwerter ihr Zeug an den Mann bringen ist schon ganz schön peinlich. Und dass jetzt ausgerechnet die Macher der größten Internettauschbörse thepiratebay.org mit Flattr ein Revenue-Modell für Content auf den Markt bringen sagt einiges über die absolute Internet-Inkompetenz der Contentmafia aus.

Flattr Logo
Doch was ist Flattr? Flattr ist im Prinzip “Mein Beitrag fürs Internet”, genauer für den Content im Netz der mir gefällt.
Nachdem man sich einen Flattr-Account zugelegt hat (das geht derzeit noch nur über Invites), zahlt man ein paar Euro auf sein Flattr Konto; aktuell gehen da leider noch ein paar Cent PayPal Gebühren runter. Danach legt man seinen monatlichen Beitrag fest, der aktuell irgendwo zwischen 2€ und 100€ liegt und dann kanns auch schon losgehen.
An vielen Stellen im Web – aktuell besonders im deutschsprachigen Raum – findet man jetzt Flattr Buttons, die man klicken kann, wenn einem was gefällt. Am Ende des Monats wird dann der Monatsbeitrag durch die Summe der Klicks geteilt und an die Accounts der “geflatterten” überwiesen – zumindest fast, denn Flattr behält sich noch 10% ein. Was dann für den Kreativschaffenden dabei herauskommt sind dann zwar in der Regel Centbeträge, aber wenn da 800 Leute je 20 Cent überweisen, sind das immerhin 160€.

Ist das jetzt der große Wurf? Noch nicht, aber er könnte es werden. Die TAZ hat als erste Zeitung den Flattr-Button in ihre Beiträge eingebaut, viele deutsche Blogs und Podcasts haben so nen Button auf ihrer Seite und vielleicht gibts ja auch bald die Möglichkeit, dass Facebook neben den “Like” Button auch das Knöpfchen für Flattr setzt.
Ich gehe davon aus, das Flattr noch deutlich an Bedeutung gewinnen wird. Meine Lieblings-Podcasts haben bereits Flattr integriert und da haben sich im letzten Monat über 200€ angesammelt. Geld, das so vorher nie geflossen wäre.
Flattr ist vielleicht auch ein Motor für interessante Inhalte im Netz, denn um selber von Flattr zu profitieren, muss man ja tollen Content schaffen – Flattr ist also ein Anreiz für Kreativität.

Ob ihnen der Durchbruch wirklich gelingt weiß ich nicht, aber ich würde mich freuen das zu sehen. Denn gerade für meine hochgeschätzte Contentmafia wäre es ein Schlag ins Gesicht. Die Lüge, dass Leute nicht bereit sind für gute Inhalte zu bezahlen wäre damit entgültig entkräftet. Man darf es den Menschen eben nur nicht schwer machen!


Jun 9

Eigentlich wollt ich hier ja immer mal wieder was technisches schreiben und dieses Blog auch für mich persönlich als Doku-Ablage zu nutzen…

Ich bin ja ein großer Fan der Podcasts von Tim Pritlove (Chaosradio Express, mobileMacs, NSFW…) und seit er seinen Content jetzt auch per RSS-Torrentfeed released hab ich nach einer Möglichkeit gesucht, diese Torrents automatisch in meinen Torrent-Client auf dem Server (transmission mit transmission-daemon) zu pumpen.
Mittlerweile hab ich ne funktionierende Lösung gefunden:

Erst mal musste ich das Paket xmlstarlet nachinstallieren
apt-get install xmlstarlet

Dann hab ich das Script erstellt um automatisch den aktuellen Torrent aus dem Feed zu saugen:
wget http://chaosradio.ccc.de/chaosradio_express-latest-bt.rss -O- | xmlstarlet sel -T -t -m "//enclosure" -v "@url" -n | head -n 1 | wget -i- -N -P /your/torrent/watch/folder

Der erste Teil läd den Feed, der zweite filtert die Torrent-URLs raus (dabei entsteht eine Liste mit einem Torrent pro Zeile), der dritte Teil schaut sich die Liste von oben an und nimmt n (hier 1) Zeilen davon und der letzte Teil läd die übergebene Zeile in den Watch-Folder meines Torrent Clients.

Den Watchfolder definiert man in der /etc/transmission-daemon/settings.json:

"watch-dir": "/your/torrent/watch/folder",
"watch-dir-enabled": true

Der unschöne Teil ist, dass ich das oben genannte Script jetzt per cronjob durchlaufen lasse und mein Server so 24/7 jede Minute den Feed holt (will ja beim release sofort mitseeden). Schöner wäre natürlich wenn es da irgend eine Möglichkeit gäbe das nur zu tun, wenn auch wirklich ein neuer Torrent da ist.